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Urheberrechts-Dialog mit der Piratenpartei in Berlin: Podcast und Video

Am gestrigen Mittwoch lud das Berliner Büro für politische Kommunikation der GEMA Vertreter der Piratenpartei zu einem runden Tisch zum Thema Urheberrecht ein. Experten der GEMA stellten sich den Fragen der Parteivertreter und klärten über die Arbeit der Verwertungsgesellschaft auf. Eine ungeschnittene Aufnahme der zweistündigen Veranstaltung stellen wir als Podcast und Video zur Verfügung.

Als Vertreter der Piratenpartei waren anwesend:
1. Bruno Kramm, Beauftragter für Urheberrecht der Piratenpartei (GEMA-Mitglied)
2. Daniel Neumann, Piratenpartei NRW
3. Christopher Lauer, Mitglied der Piratenfraktion im Abgeordnetenhaus von Berlin
4. Florian Blockisch, Piratenpartei Berlin
5. Christian Hufgard, Sprecher des Landesverbandes der Piratenpartei Hessen
6. Benjamin Biel (Ben de Biel), Pressesprecher des Landesverbandes der Piratenpartei Berlin
7. Dr. Eddy Höfler (Dr. Edgar Höfler), offizielle Funktion in der Piratenpartei nicht bekannt (Anime Records: Musikproduzent, Labelmanager, Verlag, GEMA-Mitglied)
8. Johannes Ponader, Politischer Geschäftsführer der Piratenpartei
 
Den Fragen zur Arbeit der GEMA standen zur Verfügung:
9. Kilian Steiner, Justitiar, GEMA
10. Dr. Monika Staudt, Abteilungsleiterin Abrechnung U-Musik, GEMA
11. Lorenz Schmid, Bezirksdirektor Hamburg, GEMA
12. Maren Ruhfus, Direktorin Politische Kommunikation, Leiterin des Berliner und Brüsseler Büros der GEMA

Hier der Podcast (mp3, ca. 120 Minuten)

Das Video zur Veranstaltung:


Schlagwörter:  piratenpartei, urheberrecht, creative commons, pro-verfahren, mitgliederstruktur, podcast, video
geschrieben am  07.06.2012,16:06 Uhr

Peter Hempel

Kommentare (15) 

Tolga Cerci schrieb am 08.06.2012 00:07 Uhr
Gravatar: Tolga Cerci

B.A.

Hallo,

ich habe mir den gesamten Beitrag angehört (trotz lauter Handystörgeräuschen). Ich frag mich, aus welchem Grund die Bundesvereinigung der Musikveranstalter bis jetzt noch nicht dem Schiedsverfahren zugestimmt hat. Steckt da Taktik hinter? Wollen sie vermeiden, dass das Kind schon in den Brunnen gefallen ist und bis mitte 2013 diverse Clubs schon geschlossen haben? Wenn das Schiedsverfahren erstmal läuft, kann man dann den Tarif überhaupt noch aufhalten? Können die ordentlichen Mitglieder der GEMA mit einer großen Mehrheit eine Sondersitzung einberufen, um den neuen Tarif bis 2014 (bzw. bis nach dem Schiedsverfahren) zurückzustellen? Wenn ja, warum machen sie es nicht?

Verständnislos macht mich etwas, dass trotz rechtlicher und technischer Situation der GEMA, diese ihrer Verantwortung gegenüber ihrer "auch-Club-Betreiber-Mitglieder-und-Co" nicht gerecht werden, weil sie auf Paragraphen und Zwietrachten beharren. Das nach dem Motto "Ja wenn die nicht wollen, dann sollen halt alle sehen, was sie davon haben". Ist das nicht kindisch? Was unterscheidet ein Kind von einem Erwachsenen? Dass man auf Prinzipien rumreitet, oder dass man verantwortungsvoll handelt.

Liebe GEMA, verschiebt doch bitte die Tarifreform auf 2014 und wartet erstmal das Schiedsverfahren ab. Ich verstehe das alles nicht. Bestimmt hat auch die DEHOGA und was weiß ich wer noch Dreck am stecken, aber das kann es doch nicht sein.. Ich lebe in Berlin, hatte diverse Gespräche mit Clubbetreibern und die anstehende Not ist offensichtlich und wie wir hier auch im Beitrag hören: der GEMA bekannt.

LG,
Tolga

Thomas Hohnen schrieb am 08.06.2012 14:16 Uhr
Gravatar: Thomas Hohnen

Wie lange denn noch?

Fünf Jahre hat man vergeblich versucht, zu einer Einigung zu kommen und die GEMA so quasi in Zugzwang gebracht.
Es kann ja nicht sein, dass man nur einfach die Verhandlungen torpedieren muss, um neue Tarife für Jahre zu blockieren.
Für mich sieht es aktuell danach aus, dass die Veranstalterseite seit Jahren den Prozess zu ihren Gunsten verzögert und jetzt durch gezielte Falschinformationen und Halbwahrheiten versucht, Stimmung gegen die GEMA zu machen.

Alleswirdgut schrieb am 27.06.2012 13:41 Uhr
Gravatar: Alleswirdgut

@Thomas Hohnen

Das Argument, dass sich die Veranstalter seit fünf Jahren weigern und deshalb den schwarzen Peter zugeschoben bekommen sollten, ist lächerlich. Wenn man fünf Jahre lang jegliche Verhandlungen zur Einführung der Todesstrafe in Deutschland ablehnt, was sagte das dann? Richtig, dass die Urforderung mehr als unangemessen ist. Und im Prinzip ist das mit der GEMA-Forderung identisch. Die GEMA ist ein Monopolartiges Unternehmen, dass zur Wiederherstellung eines Wettbewerbs im Musikmarkt zerschlagen werden sollte. Dann bräuchten die Vorstände nicht so absurd hohe Gehälter von 480.000 Euro, schließlich verträten sie dann ja auch kein Großunternehmen mehr.

sep4you schrieb am 08.06.2012 15:01 Uhr
Gravatar: sep4you

verschiebung

Also ich kenne mich jetzt nicht so genau mit der Rechtslage aus, aber vermute mal, dass wenn es im Bundesanzeiger erschienen ist nicht mehr so einfach abgeändert werden kann.

Die andere Frage ist natürlich ob eine Verschiebung überhaupt von der GEMA erwünscht ist. Bei dem runden Tisch hatte ich eher das Gefühl, dass dies nicht gewollt ist und eine mögliche Schieflage einiger Discos und Clubs billigend in Kauf genommen wird nur um zu zeigen, dass man auf seinem Standpunkt beharrt.

Zumal so wie ich das als Außenstehender sehe sind die Forderungen maßlos überzogen. Bei solchen Forderungen wundert es mich nicht, dass sich keiner mit denen an einen Tisch setzten wollte.

Konstruktive, sinnvolle und erfüllbare Vorschlage wären ja erstmal der Grund sich zusammenzusetzten.
Oder wer setzt sich schon auch nur zum verhandeln an einen Tisch, wenn er 50000 Euro für seinen 20 Jahren alten Gold verlangen würde

Martin Stehle schrieb am 08.06.2012 19:49 Uhr
Gravatar: Martin Stehle

di

Die Tonqualität ist in beiden Mediendateien schlecht und die Verständlichkeit niedrig. Können Sie eine Mitschrift des Gesprächs bereitstellen?

Stephan Römer schrieb am 08.06.2012 22:19 Uhr
Gravatar: Stephan Römer

Handygeräusche

Da darfst Du Dich bei den Piraten bedanken, die ihre Smartphones immer zum twittern anhaben "müssen".

Georg Prenzlin schrieb am 09.06.2012 19:29 Uhr
Gravatar: Georg Prenzlin

Lizenz ?

Hallo, finde es super das man sich mal zusammensetzt um das Urheberrechts Thema zu diskutieren.

Mich würde aber noch interessieren unter welcher Lizenz der hier veröffentlichte Mitschnitt steht. Also ob es erlaubt ist ihn weiterzuverbreiten oder in den eigenen Blog einzubetten ?

Vielen Dank,

Georg

Franco Walther schrieb am 19.06.2012 13:11 Uhr
Gravatar: Franco Walther

@Georg Prenzlin

Hallo Herr Prenzlin,

kein Problem. Sie können das Video oder den Podcast gern einbinden.

MfG

Franco Walther

Tilo Körner schrieb am 11.06.2012 15:19 Uhr
Gravatar: Tilo Körner

Störgeräusche

Ich habe mir den Podcast bis zur Hälfte angehört, weil ich die Diskussion sehr interessant finde. Weiter bin ich aus hörpsychologischen Gründen nicht gekommen. Die Handygeräusche sind dermaßen störend, dass ich nicht die gesamte Sequenz anhören kann, ohne massive Erschöpfungserscheinungen zu erleiden. Deshalb bitte ich darum, die leider misslungene Aufnahme doch wenigstens soweit zu bereinigen, dass ein Zuhörer sich aufs Hörverstehen konzentrieren kann. Entsprechende Filtereinstellungen sind z.B. hier dokumentiert: http://www.radioforen.de/index.php?threads/handy-st%C3%B6rger%C3%A4usch-im-interview.22944/
Ich erwarte von einem Podcast keine HIFI-Qualität, aber die Sprache zu verstehen sollte nicht zu viel verlangt sein.

Michael Gress schrieb am 21.06.2012 12:01 Uhr
Gravatar: Michael Gress

Auphonic

Zum Ton: Man könnte das Tonfile mal bei auphonic durch die Autokorrektur lassen, vielleicht hilft das bei der Soundqualität.

Super Sache in Zusammenhang mit der Musik einen Audiomitschnitt anzubieten, Danke hierfür!!!

Heinrich Thomas schrieb am 21.06.2012 22:02 Uhr
Gravatar: Heinrich Thomas

Langer Rede Kurzer Sinn

Also wenn von einem Unbekannten Musiker ein Stück gespielt wird bekommt Musiker kein Geld.
So auf die Art und weiß.schön das du es gespielt hast.
Da da aber nicht bekannt bist bekommst du auch kein Geld.

Er muss sein Geld so zu sagen eintreiben bei der GEMA.

In der zeit bis er es bekommt ist er verhungert.

Jan Meesters schrieb am 21.06.2012 22:09 Uhr
Gravatar: Jan Meesters

Sparten? & Absetzung des Pro-Verfahrens

Im Video wird erwähnt das es nicht möglich ist einzelne Werke aus der "Gema-Liste" herauszunehmen. Was genau hat es mit den "Sparten" auf sich. GEhören dazu z.B. alle Titel eines bestimmten Künstlers?

Weiter möchte ich fragen...
Im Video wird die Absetzung des Pro-Verfahrens erwähnt. Wo kann ich die neuen Regelungen nachlesen?

Franco Walther schrieb am 22.06.2012 09:59 Uhr
Gravatar: Franco Walther

@Jan Meesters

Hallo Herr Meesters,

vielen Dank für Ihre Anfrage. Es stimmt, jedes Mitglied kann einzelne Sparten von der Rechtewahrnehmung durch die GEMA ausklammern. Damit ist der Onlinebereich, das Aufführungsrecht oder das mechanische Recht gemeint.

Das neue zur Abstimmung stehende Abrechnungsverfahren heißt INKA. Auf unserer Startseite auf www.gema.de finden Sie alle wichtigen Informatione.

MfG

Franco Walther

Ron schrieb am 03.07.2012 11:51 Uhr
Gravatar: Ron

Piraten wählen und GEMA abschaffen!

Es wird höchste Zeit, dass sich bei der Gema was tut. So passt das Urheberrecht und die Gema nicht mehr in die heutige Zeit. Wie bei der GEZ auch. Die Gema handeln nach Gutsherrenart.

Ihr fehlt ein vernünftiges Kontrollorgan, das ihnen richtig auf die Finger schaut.

Wählt die Piraten und sorgt dafür, dass die Gema im Idealfall abgeschafft wird!

Gruß
Ron

Florian Meyer schrieb am 03.07.2012 23:30 Uhr
Gravatar: Florian Meyer

Schade,...

...dass bei einem Millionenunternehmen wie der GEMA nicht ein bisschen Geld übrig ist für ein paar vernünftige Mikrophone.
Aber dennoch- die Idee, alle Beteiligten an einem Tisch zu vereinigen ist sehr lobenswert. Hoffe auf Wiederholung.

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