
Am Mittwoch (07.09.2011) war es wieder so weit: Die Popkomm, die Businessplattform der Musik- und Entertainmentbranche, ging in eine neue Runde. Der Schwerpunkt 2011: Digitales. Mehr als 400 Aussteller aus 21 Ländern haben sich im Rahmen der internationalen Musikmesse auf dem alten Flughafen in Berlin-Tempelhof mit aktuellen Themen der Branche auseinandergesetzt und gemeinsam nach Antworten gesucht: Wie sieht die Zukunft des Musikgeschäfts in Zeiten von Smartphones und sozialen Online-Netzwerken aus? Welche Chancen und Risiken bieten Streaming- und Cloud-Dienste? Und welche Voraussetzungen müssen jetzt gemeinsam diskutiert, verhandelt und geschaffen werden, um im digitalen Zeitalter alle Berechtigten am großen Wirtschaftszweig Musik angemessen zu beteiligen?
Die dreitägige Messe, die unter dem Dach der Berlin Music Week veranstaltet wurde, richtete sich ausschließlich an Fachbesucher, also etwa Vertreter von Plattenfirmen, Musikverlagen, Konzertagenturen und Verwertungsgesellschaften. Mittendrin: Die GEMA, die nicht nur am eigenen Messestand – in einem sogenannten Cube – für Fragen und Tipps rund um die Verwertungsgesellschaft zur Verfügung stand, sondern auch auf verschiedenen Panels der Messe, der Berlin Music Week und anderer Top-Veranstaltungen der Branche präsent war.
Den Auftakt dabei machte Dr. Till Evert, Rechtsanwalt und Head of Business and Legal bei der GEMA-Tochter CELAS. Im Rahmen der a2n_werkstatt, eine Coaching-Plattform initiiert von all2gethernow in Zusammenarbeit mit Fritz Unsigned, leitete er mit Meik Michalke (Open Music Contest & Creative Commons Collecting Society, C3S) den Workshop „GEMA vs. Creative Commons“. Zu den Teilnehmern zählten überwiegend junge Musikschaffende, die im Austausch mit den Experten die vielfältigen Aspekte der Rechteverwertung thematisierten: Wo und unter welcher Lizenz soll ich meine Songs veröffentlichen? Welche Vorteile bietet eine Mitgliedschaft bei der GEMA, welche Vorteile bietet die Lizenzierung unter Creative Commons? Im Zuge einer lebhaften Diskussionsrunde konnten interessante Aufklärungsarbeit geleistet und verschiedene Blickwinkel auf das Thema erörtert werden.
Anlässlich des Panels „Cloudy Legal Framework“ äußerte sich am zweiten Tag der Popkomm Alexander Wolf, Syndikus der GEMA für internationale Rechtsfragen und Geschäftsführer der CELAS GmbH. Als Teilnehmer auf der Bühne diskutierte er mit dem Experten für Urheberrecht Dr. Martin Schaefer (Anwaltssozietät BOEHMERT & BOEHMERT) über die Themen Cloud, YouTube und äußerte sich zu den Verhandlungen zwischen der GEMA und dem BITKOM.
In den Meistersaal am Potsdamer Platz luden der Budde Musikverlag, Bavaria Sonor und Meisel-Verlage zum Digitalen Forum ein. Moderiert von Prof. Dr. Rolf Budde tauschten sich in entspannter Atmosphäre Kilian Steiner (Direktor Sendung und Online der GEMA), Karoline Meichsner-Sertl (Justiziarin ZDF Enterprises), Elke Grötz (Leiterin HA Rechtemanagement und Zentraleinkauf, ZDF), Guido Evers (Geschäftsführer GVL) und Thomas Weber (Head of Legal and Business Affairs, Telepool) aus. Im Mittelpunkt der Diskussion standen dabei alle online-relevanten Themen. Darunter auch die Lizenzierung von TV-Sendern in Zeiten von Mediatheken und natürlich das Thema „GEMA vs. YouTube“.
Eine Debatte, die auch am Freitag (09.09.2011) wieder auf der Agenda stand. Diesmal im Konferenzzentrum der Heinrich Böll Stiftung. Im Rahmen der Veranstaltung mit dem Titel „OPEN CONTENT: Verwertungsgesellschaften und Alternativen“ diskutierte Alexander Wolf als Vertreter der GEMA mit Andreas Briese von YouTube und John Hendrik Weitzmann von Creative Commons die Tatsachen, Gerüchte und Missverständnisse rund um das aktuelle und von den Medien vielbeachtete Thema.
Im GEMA-Cube in Berlin-Tempelhof sorgten währenddessen zwei musikalische Live-Auftritte für einen entspannten Ausklang der Popkomm: Sebastian Block & Band und Alexander Knappe. Beide werden von der Initiative Musik unterstützt, die wiederum von der GEMA gefördert wird. Eine Musik, die unter die Haut ging, sowie die ausgelassene Stimmung sorgten für zahlreiche und begeisterte Zuschauer am GEMA-Stand.
Um 16 Uhr schloss das ehemalige Flughafengelände für Besucher schließlich seine Pforten. Nach drei Tagen Popkomm sind sich Aussteller und Besucher weitestgehend einig: Als DAS Event in der deutschen Musikbranche lässt sich die Messe nicht mehr bezeichnen. Sowohl bei der Zahl der Aussteller als auch der Besucher musste die Popkomm 2011 einen Rückgang verbuchen. Laut Veranstalterangaben verzeichnete die Musikmesse in diesem Jahr rund 5200 Fachbesucher. 2010 hatten noch 7500 Fachbesucher sowie nochmals mehrere tausend Gäste am offenen Tag ihren Weg auf das Eventgelände gefunden. Und auch die Zahl der Aussteller hat im Vergleich zum Vorjahr merklich abgenommen: von 470 auf 400.
Man darf gespannt sein, wie sich die Popkomm 2012 präsentieren wird. Der Termin steht schon einmal fest: vom 05. bis 07. September auf dem Flughafen Berlin-Tempelhof.
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